Vier Bauformen

Hinter der Vielfalt der Legungen stehen wenige Grundmuster. Sie unterscheiden sich darin, welche Beziehung zwischen den Positionen gestiftet wird.

BauformPrinzipBeispiele
ReiheDie Positionen folgen aufeinander: zeitlich, ursächlich, als Abfolge von Schritten.Drei-Karten-Legung, Siebenerreihe, Wochenlegung
AchsenkreuzZwei Achsen kreuzen sich; die Mitte ist der Bezugspunkt, die Arme sind Gegensatzpaare.Fünferkreuz, Keltisches Kreuz
SäulenZwei oder mehr parallele Stränge werden verglichen, oft mit einer verbindenden Position.Beziehungslegung, Entscheidungslegung, Vergleich zweier Wege
FeldEin Raster, in dem jede Karte zugleich an einer Stelle liegt und Nachbarn hat.Neunerlegung, Große Tafel, Häusersysteme

Der Unterschied ist praktisch: In einer Reihe zählt die Richtung, im Achsenkreuz der Gegensatz, bei Säulen der Vergleich, im Feld die Nachbarschaft. Wer eine unbekannte Legung vor sich hat, muss nur herausfinden, welche dieser vier Logiken sie benutzt.

Die gängigen Systeme im Vergleich

SystemKartenBauformPasst zuDeck
Tageskarte1Übung, tägliches Stichwortjedes
Drei Karten3Reiheklar umrissene Einzelfragejedes
Entscheidungslegung2 × 3SäulenWahl zwischen zwei Möglichkeitenjedes
Fünferkreuz5AchsenkreuzStandortbestimmungjedes
Beziehungslegung7SäulenFragen zu einer Verbindungjedes
Neunerlegung9FeldThema mit mehreren EbenenLenormand, Kipper
Keltisches Kreuz10Achsenkreuz + ReiheGesamtbild einer LageTarot
Jahreslegung12 (+1)FeldRückblick und Ausblick über ein Jahrjedes
Große Tafel36Feldvollständiger Überblick über eine LebenslageLenormand, Kipper

Die Entscheidungslegung

Ein System, das selten beschrieben wird und oft mehr bringt als jede Zukunftsfrage: zwei Säulen zu je drei Karten, eine für jede Möglichkeit.

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Entscheidungslegung: links Möglichkeit A, rechts Möglichkeit B, zeilenweise verglichen.
  • 1Möglichkeit A: wie sie sich anfühlen wird.
  • 2Möglichkeit B: wie sie sich anfühlen wird.
  • 3Möglichkeit A: was sie kostet.
  • 4Möglichkeit B: was sie kostet.
  • 5Möglichkeit A: was sie eröffnet.
  • 6Möglichkeit B: was sie eröffnet.

Gelesen wird zeilenweise im Vergleich, nicht spaltenweise. Der Reiz liegt in Zeile 2: Die Frage, was eine Entscheidung kostet, wird bei Abwägungen fast immer übergangen — und sie ist meist die, an der es hängt.

Wie man das passende System wählt

  1. Zuerst die Frage, dann das System. Wer ein Lieblingslegesystem hat und alle Fragen hineinzwingt, bekommt immer dieselben Antworten.
  2. Zuschnitt prüfen. Eine Frage mit zwei Möglichkeiten braucht Säulen, eine mit einem Verlauf eine Reihe, eine unklare Lage ein Kreuz.
  3. Im Zweifel kleiner. Drei gut gedeutete Karten sagen mehr als zehn nachgeschlagene.
  4. Deck berücksichtigen. Lenormandkarten tragen kurze, konkrete Positionen; Tarotkarten vertragen offenere. Mehr dazu unter Decks kombinieren.

Wer über die Grundsysteme hinauswill, findet die Auswertungsverfahren für Feldlegungen unter fortgeschrittene Techniken.