Die Tageskarte

Eine einzelne Karte, gezogen ohne bestimmte Frage. Sie beantwortet nichts, sondern gibt ein Stichwort, unter dem sich der Tag betrachten lässt. Als Übung ist sie das wichtigste Werkzeug überhaupt: Sie lehrt die Kartenbilder in kleinen Portionen und zwingt dazu, ein Bild ohne Kontext auszuhalten.

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Tageskarte — eine Position, kein Bezugsrahmen.

Die Drei-Karten-Legung

Drei Karten nebeneinander, gelesen von links nach rechts. Die Achse wird vor dem Ziehen festgelegt: Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft, oder Situation – Handlung – Ergebnis, oder dafür – dagegen – Rat. Welche Achse gewählt wird, entscheidet mehr über die Deutung als die Karten selbst.

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Drei Karten, eine Leserichtung. Die Bedeutung der Positionen wird vor dem Ziehen festgelegt.

Dies ist die Legung, mit der sich am sinnvollsten anfangen lässt: klein genug, um sie ganz zu überblicken, groß genug, um Nachbarschaften zu üben. Ausführlich beschrieben unter Drei-Karten-Legung.

Das Fünferkreuz

Fünf Karten in Kreuzform. Gegenüber der Dreierlegung kommen zwei Achsen hinzu: eine waagerechte für den zeitlichen oder sachlichen Verlauf, eine senkrechte für Hintergrund und Ausblick.

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Fünferkreuz — waagerecht der Verlauf, senkrecht Grundlage und Ausblick.
  • 1Die Sache selbst — worum es im Kern geht.
  • 2Was vorausging oder was mitwirkt.
  • 3Worauf es zuläuft, wenn nichts geändert wird.
  • 4Was bewusst ist: das, was man selbst über die Lage sagen würde.
  • 5Was darunter liegt: Voraussetzungen, Gewohnheiten, Unausgesprochenes.

Das Fünferkreuz eignet sich, wenn eine Lage unübersichtlich ist und man nicht nach einem Ausgang sucht, sondern nach einer Beschreibung. Die Position 5 ist dabei die eigentlich interessante — sie zwingt dazu, nach etwas zu fragen, das man von sich aus nicht genannt hätte.

Die Neunerlegung

Neun Karten im Quadrat, drei mal drei. Sie ist der Übergang zwischen den kleinen Legungen und der Großen Tafel: klein genug, um überschaubar zu bleiben, aber bereits mit Zeilen, Spalten und Diagonalen, die eigene Aussagen tragen.

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Neunerlegung — gelesen werden Zeilen, Spalten, Diagonalen und die Mitte.

Üblich ist folgende Lesart: Die obere Zeile beschreibt den Kopf der Sache — was gedacht und geplant wird. Die mittlere Zeile beschreibt die Gegenwart, die untere das, was darunter liegt oder sich entwickelt. Die Spalten lassen sich zeitlich lesen, von links nach rechts. Karte 5 in der Mitte gilt als Kernkarte; alle anderen werden auf sie bezogen.

Welches System wann

LegungKartenPasst zuPasst nicht zu
Tageskarte1Übung, Stichwort, tägliche Praxiskonkreten Fragen jeder Art
Drei Karten3einer klar umrissenen Frage, einem Verlaufverzweigten Lagen mit mehreren Beteiligten
Fünferkreuz5unübersichtlichen Lagen, StandortbestimmungJa-oder-Nein-Fragen
Neunerlegung9einem Thema mit mehreren Ebenenschnellen Entscheidungen
Große Tafel36einem Gesamtüberblick über eine Lebenslageallem, was in zehn Minuten beantwortet sein soll

Der häufigste Fehler

Er besteht nicht in der Wahl des Systems, sondern in der Frage. „Wie wird es ausgehen?“ lässt sich mit keiner Anordnung sinnvoll bearbeiten — es gibt nichts, woran sich die Deutung festmachen ließe, und deshalb passt jede Karte. Fragen, die tragen, beziehen sich auf die Gegenwart und auf den eigenen Handlungsspielraum: Was übersehe ich gerade? Was macht diese Sache so zäh? Woran würde ich merken, dass ich falsch liege?

Diese Umstellung ist der größte Unterschied zwischen einer Legung, die etwas bringt, und einer, die nur beruhigt. Mehr dazu unter Legemuster im Überblick.