Der Aufbau

Die gebräuchliche Form arbeitet mit zwei senkrechten Säulen und einer Brücke: links drei Karten für die eigene Seite, rechts drei für die andere, unten eine siebte Karte für das, was zwischen beiden liegt.

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Beziehungslegung mit sieben Karten: links die eigene Seite, rechts die andere, unten die Verbindung.
  • 1Wie ich die Verbindung gerade erlebe.
  • 2Wie ich die andere Seite gerade wahrnehme.
  • 3Was ich einbringe — mein Anteil, auch der ungeliebte.
  • 4Was ich von der anderen Seite erwarte.
  • 5Was ich zurückhalte oder nicht ausspreche.
  • 6Was ich an der anderen Seite nicht verstehe.
  • 7Was zwischen beiden steht: das Thema der Verbindung.

Warum die Positionen so geschnitten sind

Die übliche Beziehungslegung fragt „er und ich“ und legt links wie rechts dieselben Positionen an. Das erzeugt Symmetrie, aber wenig Erkenntnis — die rechte Säule wird dann zur Projektionsfläche. Die hier gezeigte Anordnung verschiebt den Zuschnitt: Sie fragt nach dem eigenen Anteil (3), dem Zurückgehaltenen (5) und dem Unverstandenen (6). Das sind die Stellen, an denen sich tatsächlich etwas bewegen lässt.

Position 7 ist die Kernkarte. Sie beschreibt nicht, wie es ausgeht, sondern worum es zwischen beiden eigentlich geht. Häufig benennt sie ein Thema, das im Gespräch nie vorkommt — Geld, Anerkennung, Zeit, Nähe.

Signifikatoren: ja oder nein

Manche Traditionen legen vorab zwei Personenkarten aus — im Lenormand-Deck 28 Herr und 29 Dame — und bauen die Legung um sie herum. Das hat einen Vorteil und zwei Nachteile.

Mit SignifikatorOhne Signifikator
Bezugeindeutig: klar, wer wer istmuss aus den Positionen erschlossen werden
Zufallzwei Blätter fehlen im Stapeldas volle Deck bleibt im Spiel
Aussagekraftdie Personenkarten sagen nichts mehr, wenn sie gesetzt sindihr Auftauchen und ihr Abstand sind selbst eine Aussage

Für Beziehungsfragen spricht mehr dafür, ohne Signifikator zu arbeiten: Gerade wo die Personenkarten von selbst fallen — nah beieinander, weit auseinander, mit einer Karte dazwischen — liegt die interessantere Information.

Fragen, die tragen

Die Formulierung entscheidet über den Wert der Legung mehr als das System:

StattBesser
„Kommt er zurück?“„Was hält mich in dieser Sache fest?“
„Liebt sie mich?“„Woran merke ich, dass ich mir etwas vormache?“
„Ist er der Richtige?“„Was brauche ich, damit es mir hier gut geht?“
„Wann wird geheiratet?“„Worüber reden wir seit Monaten nicht?“

Die rechte Spalte lässt sich beantworten, die linke nicht. Das ist kein Trick, sondern der Unterschied zwischen einer Legung, nach der man etwas tun kann, und einer, nach der man wartet. Mehr zur Fragestellung unter Grundlegende Legungen.

Wann man diese Legung besser nicht macht

  • Unmittelbar nach einer Trennung. In den ersten Wochen liest man in jede Karte Hoffnung hinein. Das verlängert, was ohnehin schwer ist.
  • Für andere Menschen ungefragt. Eine Legung über die Ehe der Schwester ist keine Fürsorge, sondern eine Deutung über eine Person, die nicht gefragt wurde.
  • Zum zehnten Mal zur selben Frage. Wer dieselbe Verbindung wiederholt legt, sucht keine Auskunft mehr, sondern Beruhigung. Dann hilft ein Gespräch — mit der betroffenen Person oder mit einer Beratungsstelle.
  • Bei Gewalt, Kontrolle oder Angst. Hier gehört die Frage nicht an die Karten. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist rund um die Uhr kostenfrei unter 116 016 erreichbar, das Hilfetelefon „Gewalt an Männern“ unter 0800 1239900.